10.05 Uhr – Konferenz: «Warum und wie singt man in der Schweiz im Chor?»
Eine zweiteilige Konferenz zur Geschichte des Schweizer Chorgesangs. Teil 1 beleuchtet die Ursprünge und die Vielfalt der Schweizer Chortraditionen – zwischen Romandie, italienischsprachiger und rätoromanischer Schweiz sowie Deutschschweiz, zwischen Stadt und Bergregionen, zwischen reformierter, katholischer und volkstümlicher Tradition – bis hin zu den grossen Komponistenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Teil 2 würdigt zwei bedeutende Schweizer Komponisten durch das Zeugnis ihrer eigenen Söhne. 2026 ist für beide ein Jubiläumsjahr: Bernard Reichel (Genf), 125. Geburtstag – vorgestellt von seinem Sohn Dominique Reichel. Paul Huber (St. Gallen), 25. Todesjahr – vorgestellt von seinem Sohn Gabriel Huber.
Die beiden Lebenswege stehen an den sprachlichen und kulturellen Gegenpolen des Landes und zeigen zwei einander ergänzende Facetten derselben Generation Schweizer Komponist*innen/Pädagog*innen. Im Zentrum stehen Persönlichkeiten, die ihre Epoche und mehrere Generationen von Sänger*innen geprägt haben.
11.30 Uhr – Mittagessen
Grosszügiges Buffet: Käse, Brot, Suppe und weitere einfache Gerichte. Zeit für Austausch.
13.00 Uhr – Zeitgenössische Schweizer Chorkunst entdecken
Der Nachmittag stellt das aktuelle Schweizer Chorschaffen ins Zentrum: vier Duos aus Komponist*in und Chorleiter*in, je rund 30 Minuten – kurz, aber mit lebendigem Einblick in Werdegang und Schaffen. Der Blickwinkel ist bewusst weit gefasst: Komponist*in zu sein bedeutet nicht zwingend eine akademische Ausbildung, sondern vor allem zu komponieren – so wie ein Koch durch das Kochen definiert wird, nicht durch ein Diplom. Wie schon Bernard Reichel oder Paul Huber komponieren viele der vorgestellten Künstler*innen neben ihrer eigentlichen chorleiterischen Tätigkeit. Jede Person wird durch den Blick einer Chorleiter*in vorgestellt – ein lebendiger Dialog zwischen den Künstler*innen mit persönlichem Einblick in den kreativen Prozess. Und vor allem: Das Publikum singt mit! Keine passiven Vorträge – die Teilnehmenden singen selbst Ausschnitte aus den vorgestellten Werken.
Duo 1: Elisabeth Gillioz (Komposition) & Solange Besson (Chorleitung)
Duo 2: Gion Balzer Casanova (Komposition) & Christian Klucker (Chorleitung)
Duo 3: Susanne Würmli (Komposition) – Chorleitung wird noch bestätigt
Duo 4: Silvan Loher (Komposition) – Chorleitung wird noch bestätigt
15.30 Uhr – Pause
Buffet mit Kaffee, Wein und kleinen Snacks – der informelle Austausch geht weiter.
16.00 Uhr – Reading Session (Notenlesen)
Ein partizipativer Moment für alle: eine Abfolge kurzer Präsentationen, jeweils geleitet von einer anderen Person – möglicherweise einer Teilnehmerin oder einem Teilnehmer des Tages –, die ein selbst gewähltes Chorwerk vorstellt. Angemeldete Personen sind im Vorfeld eingeladen, ein Werk vorzuschlagen oder eine eigene Komposition einzubringen. In kurzer Zeit entdeckt man eine grosse Vielfalt an Komponist*innen und Chorwerken.
17.00 Uhr – Pause / Apero
Ein Moment der Erholung nach einem gesangsreichen Tag, bevor der letzte Höhepunkt folgt.
18.00 Uhr – 1. Konzert des «SFEC Primavista-Chors»
Zum vergnüglichen Abschluss tritt ein neuer Chor zum ersten Mal auf: der Primavista Chor – ein Chor, der vom Blatt singt («a prima vista»). Im Blattsingen versierte Sänger*innen können sich vorab anmelden. Treffpunkt ab 17.30 Uhr: Die Noten werden verteilt, Stimmen zugeteilt, die Leitung jedes Stücks unter den Chorleiter*innen des Tages aufgeteilt. Danach hat jede*r eine halbe Stunde Zeit für die individuelle Vorbereitung, bevor um 18 Uhr die Aufführung beginnt. Das musikalische Niveau bleibt hoch, das Repertoire dieser ersten Ausgabe aber zugänglich – ohne grosse technische Schwierigkeiten. Der Geist ist bewusst vergnügt und locker statt feierlich.
Das Publikum ist eingeladen, dem Konzert zuzuhören oder weiterhin den Apéro zu geniessen.